Warum ist ein Wissensmanagement im Unternehmen wichtig?

Lesezeit: 11 Minuten

Ein Mitarbeiter (w/m/d) hat sich über viele Jahre in eine Vielzahl von Projekten mit guten Ideen und konkreten Inhalten gewinnbringend mit eingebracht. Er hat sich umfangreiches Know-how über die Jahre Dank vieler bezahlter Weiterbildungen und privatem Engagement angeeignet und sich als Themen-Spezialist einen Ruf im Unternehmen aufgebaut . Doch plötzlich kündigt dieser Mitarbeiter und verlässt in vier Wochen offiziell das Unternehmen. Ach übrigens – er hat noch viele Tage Resturlaub und hat daher schon in einer Woche seinen letzten Arbeitstag. Jetzt geht das Chaos um im Unternehmen: “Wen kann der Mitarbeiter noch schnell einarbeiten, wer übernimmt temporär seine Aufgaben? Wie können wir gewährleisten, dass möglichst viel von seinem Wissen im Unternehmen bleibt und warum verdammt nochmal haben wir uns nicht im Vorfeld mal Gedanken darüber gemacht, wie wir Wissen nachhaltig im Unternehmen sichern können?” Kommt Dir das evtl. bekannt vor?

Auch im Jahr 2019 ist für viele mittelständische Unternehmen (Ja, es gibt bestimmt auch Konzerne die davon betroffen sind. Ich fokussiere mich hier im Blog allerdings auf den Mittelstand) ein etabliertes Wissensmanagement immer noch Neuland. Immer wieder sorgen Personalabgänge für große “Know-how”-Lücken und viel erarbeitetes Wissen geht für immer verloren. Von den ganzen getätigten Weiterbildungsinvestitionen mal ganz zu schweigen. Ach, was wäre es toll wenn man gute Mitarbeiter so einfach klonen könnte. 😉 Aber es geht auch einfacher. Es geht bei einem Wissensmanagement im Unternehmen allerdings nicht nur um die Sicherung von bestehenden Wissen.

Ein gut strukturiertes Wissensmanagement sorgt für weitere positive Punkte im Unternehmen

Allgemein

  • Optimierung interner Prozesse
  • Aufbau/Ausbau von Kompetenzen im gesamten Unternehmen
  • Aufgeschlossene Unternehmenskultur, die das Teilen von Wissen wertschätzt und aktiv fördert
  • Aufbau/Ausbau eines Innovations-Management

Konkrete Beispiele

  • Thema “Onboarding”: Neue Mitarbeiter (inkl. Azubis, Praktikanten, Dual-Studenten etc.) können effektiver und deutlich schneller eingearbeitet werden.
  • Jeder Mitarbeiter, egal ob extro- oder introvertiert, kann mit relevanten und qualitativen Inhalten zum Wissensaufbau beitragen.
  • Themen-Spezialisten können im Unternehmen schneller identifiziert werden. Generell werden vorhandene Kompetenzen im Unternehmen transparent erkennbar.
  • Besondere Wertschätzung von aktiven “Wissens-Lieferanten” mithilfe von Gamification-Elementen (z. B. Auszeichnungen wenn ein Mitarbeiter eine bestimmte Anzahl von relevanten Blog- und/oder Wiki-Artikeln erstellt hat)

Wie kann ein gutes Wissensmanagement im Unternehmen umgesetzt werden?

Am Anfang sollte zunächst eine ausführliche Analyse stehen, wie eigentlich Wissen im jeweiligen Unternehmen entsteht, in welchen Bereichen und von welchen Personen – und zwar unternehmensweit und nicht isoliert in Abteilungs-Silos gedacht. Wo fehlt noch dringend Know-how und wo ist es mehr als ausreichend vorhanden? Das alles natürlich verbunden mit etwas Weitsicht auf zukünftige Marktentwicklungen. Stell Dir auch auch folgende Frage: Wer muss wann was wissen? Wenn man diese Hausaufgaben gemacht hat (und nein – das ist kein einmaliges Projekt sondern ein fortlaufender Prozess), kann man sich überlegen, wie man es nun in Zukunft schafft, Wissen effektiv im Unternehmen aufzubauen, zu erweitern und natürlich auch im Unternehmen zu halten.

Muss die technische Umsetzung teuer und aufwendig sein? Nicht zwangsläufig. Solange man die Zeit im Vorfeld in eine ausgiebige Analyse (siehe oberer Abschnitt) investiert hat und im Anschluss ein schlüssiges Konzept (bei dem idealerweise auch Mitarbeiter mitgewirkt haben) erarbeitet hat, ist ein wichtiger Baustein eines effektiven Wissensmanagements im Unternehmen bereits gelegt. Der Umfang der technischen Umsetzung eines Wissensmanagement wird von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein, da viele Voraussetzungen (Personalressourcen, Budget, bestehende IT-Infrastruktur und Know-how der IT-Abteilung etc.) anders gegeben sind.

Da ich aber nun gerne die graue Theorie verlassen will, habe ich mich für ein in meiner Berufspraxis bereits erprobtes Beispiel entschieden. Konkret geht es um den Aufbau eines Social Intranet mithilfe des Content-Management-Systems “WordPress”.

In meiner Artikel-Serie “Wie Du Schritt für Schritt ein Social-Intranet mit WordPress aufbaust” gehe ich hier detailliert darauf ein. Für diesen Artikel fokussiere ich mich daher auf die möglichen Bereiche ohne aber umfassend auf Features und Technik einzugehen.

In diesem Artikel fokussiere ich mich auf mögliche Funktionen und Ziele mit Bezug auf das Wissensmanagement im Unternehmen in Sachen mittel- und langfristiger interner Kommunikation. Das ganze dann technisch umgesetzt mit WordPress und entsprechenden Plugins.

Blog

Allgemein gehören hier Inhalte der mittelfristigen Kommunikation rein.
Beispiele: Neuigkeiten aus der Geschäftsführung , den Fachbereichen (und Standorten – falls das auf Dein Unternehmen zutrifft) , Neuigkeiten/Ergebnisse von internen/externen Projekten, Ideen für neue Produkte und/oder Dienstleistungen und Hinweise auf Kunden- und Mitarbeiterevents. Eine weitere Möglichkeit: Jede Woche erscheint ein Blog-Artikel mit kuratierten externen Inhalten (so etwas wie eine Art “News-Clipping”) bzgl. Marktentwicklungen, Mitbewerber oder allgemeinen aber immer relevanten Themen.
Jeder Blog-Artikel kann kommentiert werden. Dadurch kann jeweils auch eine Diskussion entstehen.

Vorteile & Erfolgsmessung

  • Entlastung/Umleitung des E-Mail Kanals (für ein Wissensmanagement ist E-Mail eher suboptimal. Beispiel: Verlässt ein Mitarbeiter (w/m/d) das Unternehmen, so werden seine E-Mails zwar wahrscheinlich archiviert aber es wird sich kaum jemand die Arbeit machen und in den Archiven gezielt nach verwertbaren Informationen suchen.
  • Förderung einer Unternehmenskultur, die den themenbasierten Austausch untereinander begrüßt
  • Messbar durch: Zugriffs-Statistiken, Anzahl an Kommentaren etc.

Wie kann so etwas in WordPress aussehen?

Beispiel für einen Blog-Artikel unter WordPress
Beispiel für einen Blog-Artikel meiner Testumgebung unter www.wp-social-intranet.de. Hinweis: Ist alles noch “Work-in-Progress”, da ich für meine Artikel-Serie meine Testumgebung komplett umbauen will.

Wiki

Allgemein gehören hier Inhalte der langfristigen Kommunikation rein.
Beispiele: Arbeitsanweisungen, Formulare, Anleitungen und Hilfestellungen, Dokumente mit langfristiger Relevanz.
Hier gibt es keine Kommentarfunktion, allerdings hat man eine Feedbackmöglichkeit (Gefällt mir/Gefällt mir nicht).

Vorteile & Erfolgsmessung

  • Der Wiki kann das zentrale Element Deiner “Wissens-Sicherung” im Unternehmen sein. Wiki-Artikel können in Blog-Artikel einfließen und aus bestimmten Themen von Blog-Artikeln können wiederum Wiki-Artikel entstehen
  • Messbar durch: Zugriffs-Statistiken, Anzahl an Bewertungen/Feedbacks

Wie kann so etwas in WordPress aussehen?

Beispiel für eine Wiki-Seite unter WordPress
Beispiel für einen Wiki-Artikel meiner Testumgebung unter www.wp-social-intranet.de Hinweis: Ist alles noch “Work-in-Progress”, da ich für meine Artikel-Serie meine Testumgebung komplett umbauen will.

Mitarbeiter-Verzeichnis

Wer kennt sie nicht: die gute alte Excel-Liste, die für das Mitarbeiterverzeichnis (oder gerne als “Telefonliste” bezeichnet) herhalten muss. Zugegeben – Excel ist ein Standard und die Erstellung ist recht simpel. Wie schaut es aber mit der Aktualisierung aus wenn Mitarbeiter gehen und/oder neue Mitarbeiter ins Unternehmen kommen? Wäre es nicht sinnvoll, wenn sich das Mitarbeiter-Verzeichnis automatisch aktualisiert und mithilfe von Filtern unkompliziert durchsuchbar wäre? Was noch besser wäre in Sachen Wissensmanagement: Wie kann ich schnell einen Spezialisten im Unternehmen zum Thema “XYZ” identifizieren? Die Lösung ist simpel – durch ein dynamisches Mitarbeiter-Verzeichnis in WordPress, das im Idealfall an ein vorhandenes Active Directory (Gehe im Artikel “Wie Du Schritt für Schritt ein Social-Intranet mit WordPress aufbaust Teil 2” genauer auf technische Details ein) angebunden ist. Jeder Mitarbeiter hat zudem die Möglichkeit, seine Expertise im eigenen Profil einzutragen.

Beispiel für ein interaktives Mitarbeiter-Verzeichnis unter WordPress
Beispiel für ein Mitarbeiter-Verzeichnis (mit Suchfiltern) meiner Testumgebung unter www.wp-social-intranet.de Hinweis: Ist alles noch “Work-in-Progress”, da ich für meine Artikel-Serie meine Testumgebung komplett umbauen will.

Suchfunktion

Die besten Inhalte bringen natürlich nur wenig, wenn die Suche danach umständlich ist. Die Standard-Suchfunktion von WordPress ist leider sehr rudimentär und stark eingeschränkt. Allerdings gibt es hier einige wirklich gute Such-Plugins für WordPress, die eine voll umfängliche (z. T. sogar mit Volltextsuche in PDF- und/oder Office-Dokumenten) Suche im gesamten Social Intranet ermöglichen (einen potenten Server vorausgesetzt). Für besonders hohe Ansprüche an Suchqualität und Suchperformance in WordPress gibt es dann auch mächtigere Lösungen wie z. B. die Anbindung an Elasticsearch.

Weitere Wissensmanagement-Tools für Dein Unternehmen

Eine “eierlegende Wollmilchsau”-Lösung für das Wissensmanagement im Unternehmen existiert nicht. Daher halte ich es immer für sinnvoll nach passenden Tools Ausschau zu halten, die dieses Wissensmanagement effektiv unterstützen können. Jedes Unternehmen muss für sich hier selbst schauen, ob und welches Tool die passende Lösung darstellt. Die Analyse des Ist-Zustands des Wissensmanagements im Unternehmen und die darauf folgende Ableitung von Zielen, Maßnahmen und Erfolgsmessung sollten meiner Meinung nach immer oberste Priorität haben, bevor mögliche Tools in Betracht gezogen werden. Im Idealfall hat man so im Vorfeld einen “Kriterien-Katalog” erarbeitet, mit dem im Anschluss gezielt ein Vergleich verschiedener Lösungen zur Entscheidungsfindung erstellt werden kann. Das kann zum Teil zeitintensiv sein, minimiert aber u. a. auch das Risiko einer Fehlentscheidung, die im Nachgang weit mehr Zeit und Geld verbrennt.

Hinweis: Die folgenden Tools habe ich selber beruflich oder privat genutzt bzw. setze diese zum Teil immer noch ein. Die jeweiligen Links zu den Tools sind weder Affiliate-Links, noch habe ich irgendeinen finanziellen Vorteil dadurch. Ich empfehle halt nur gerne Tools, die ich selber auf Herz & Nieren in der Praxis testen konnte und die mich letztendlich überzeugt haben.

Agiles Projekt- und Aufgabenmanagement

Bis hierhin habe ich nur den Bereich der mittel- bis langfristigen Kommunikation mit einem Blog, Wiki und einem FAQ-Bereich abgedeckt. Was ist aber mit der kurzfristigen und der projektbasierten (das Tagesgeschäfts gehört natürlich auch dazu) internen Kommunikation? Hier werden immens wichtige Inhalte erstellt, die natürlich auch in ein Wissensmanagement gehören.

Ich bin immer ein Freund davon, jeweils auf spezialisierte Tools zu setzen und nicht auf “All-In-One”-Geschichten (Stichwort “Können von allem etwas aber nichts richtig gut”). Daher sehe ich auch für das Social Intranet und das Projekt- und Aufgabenmanagement in einem Unternehmen zwei separate Lösungen (die ggf. per Schnittstelle miteinander kommunizieren können).

Agiles Projekt- und Aufgabenmanagement mit Stackfield aus Deutschland

Tool-Beispiele: Hier greife ich zunächst auf ein Tool zurück, dass ich bis heute beruflich für mein Projekt- und Aufgabenmanagement einsetze: Stackfield. Ich habe 2018 die unternehmensweite Einführung (für rund 300 User) von Stackfield bei meinem damaligen Arbeitgeber beratend begleitet und vorher in meinem 5-köpfigen Marketing-Team als Leiter ausführlich in der Praxis getestet. Für das Frühjahr 2020 (dann sollte wahrscheinlich auch die neue Version 4 erschienen sein) plane ich einen separaten Artikel, der das Tool detaillierter thematisieren wird inkl. vieler Screenshots, Videos und möglicher Anwendungsmöglichkeiten. Warum nun gerade dieses Tool? Das Gesamtpaket kann mich bis heute überzeugen:

  • (Gruppen-)Chat, Diskussionen und Projektmanagement werden komplett in einem Tool vereint (Wer braucht da noch Slack?)
  • Optionale “End-2-End”-Verschlüsselung sämtlicher Inhalte in Stackfield
  • Jedes Modul von Stackfield kann pro Raum individuell aktiviert oder deaktiviert werden
  • Jedes Modul von Stackfield kann nach eigenen Vorstellungen kostenpflichtig angepasst werden
  • Bei Bedarf besteht auch die Möglichkeit, ein komplettes Modul nach den eigenen Anforderungen kostenpflichtig erstellen zu lassen
  • “Live-Hilfe” ist direkt in Stackfield möglich (ist als eigener Raum umgesetzt). Bis dato habe ich immer Unterstützung in wenigen Minuten erhalten. Der gesamte Chat-Verlauf bleibt bestehen, so dass man immer mal wieder bei Bedarf alte Einträge anschauen kann.
  • “Last but not least”: Keine Lust auf ein Cloud-Hosting? Kein Problem: Stackfield kann bei Bedarf auch auf unternehmenseigenen Servern laufen

Mehr über das Thema “DSGVO & Stackfield” findest Du hier.

Weitere interessante Lösungen, die Du Dir anschauen solltest: MeisterTask und Zenkit. Ersteres Tool habe ich einige Monate lang privat genutzt und bin nun seit knapp 2 Monaten bei Zenkit gelandet.

Was haben alle erwähnten Tools gemeinsam? Alle stammen aus Deutschland und sind DSGVO-konform. Daher habe ich auch andere Tools (Asana, Trello, Notion, ClickUp, Ryver und viele viele andere) hier im Artikel außen vor gelassen, da ich persönlich zu viele Bedenken bzgl. der Einhaltung der DSGVO (die zum Teil vorhandene Zertifizierung bzgl. des EU-U.S. Privacy Shield Framework reicht mir nicht aus, da die Daten z. T. immer noch auf nicht EU-Servern gespeichert werden) habe. Das ist aber nur meine Meinung und diese Tools haben mich seitens der gebotenen Features auf jeden Fall begeistert.Bei dem unten genannten Tool “GoToMeeting” habe ich zum Beispiel eine Ausnahme gemacht, da ich mit der deutschen Alternative “edudip” noch keine umfassenden Erfahrungen sammeln konnte.

Mind-Mapping für Brainstormings/Ideen-Sammlung & Co.

Mind-Mapping ist natürlich kein neues Thema mehr, allerdings wird es meiner Erfahrung nach immer noch zu selten genutzt. In Sachen Meetings, Brainstorming, Projektvorbereitungen hat mir das bis jetzt immer gute Dienste geleistet. Mind-Mapping mit einem Tool in Verbindung mit handschriftlichen Notizen setze ich immer in meiner beruflichen Projektarbeit ein.

Mindmapping mit Mindmeister aus Deutschland

Tool-Beispiele: Soll es für den Anfang kostenlos sein? Dann werf’ einen Blick auf Mindomo (limitiert auf 3 Maps). Sollte der Einsatz möglichst flexibel sein, könnte MindMeister (das ist auch derzeit mein persönlicher Favorit; hier findest Du mehr zum Thema Sicherheit/Datenschutz rundum Mindmeister; neben den kostenpflichtigen Versionen gibt es auch eine abgespeckte kostenfreie Version) eine Option sein. Ich gehöre allerdings zu den Nutzern, die ihre Mindmaps nur am Desktop/Notebook/Tablet erstellen und nicht via Smartphone. Daher kann ich bei keiner Lösungen berichten, wie gut/schlecht die mobile Umsetzung läuft.

Diagramm-Erstellung aller Art

draw.io: Diagrammerstellung aller Art

Tool-Beispiel: Da gibt es für mich derzeit nur eine Lösung: Draw.io. Bei Bedarf (für mich aber nicht so komfortabel) kann man das Tool auch für Mind-Maps nutzen. Bezüglich Draw.io und GDPR/DSGVO findest Du hier weitere Informationen. Natürlich gibt es andere professionelle Lösungen wie Microsoft Visio, die noch viel mehr zu bieten haben. Für meine Ansprüche ist allerdings Draw.io mehr als ausreichend und zudem kostenlos einsetzbar.

Video-Meetings mit Aufnahmefunktion

Vielleicht gibt es in Deinem Unternehmen Meeting-Räume mit dedizierter Technik für Video-Konferenzen – dann bist Du wahrscheinlich schon gut ausgestattet. Falls allerdings keine solche Ausstattung in Deinem Unternehmen vorhanden ist und Dein Unternehmen viele verschiedene Standorte besitzt, kann ein Tool für Video-Meetings durchaus hilfreich sein. Die Nutzung ist natürlich nicht nur auf die interne Kommunikation beschränkt. Für die Kunden bzw. Dienstleister-Kommunikation ist das auch einsetzbar. Im Idealfall gibt es entweder Firmen-Notebooks mit eingebauter Webcam und/oder Monitore mit ergänzender Webcam – dann sollte man auch Meetings bequem vom eigenen Arbeitsplatz aus durchführen können. Bei Bedarf sollte es immer möglich sein, das Meeting aufzeichnen zu können. Natürlich ist das nicht nur auf Meetings limitiert sondern z. B. auch für interne Schulungen oder Webinare denkbar. Aufgezeichnete Schulungsvideos können dann z. B. in einen Wiki-Artikel oder einer FAQ mit einfließen.

GoToMeeting: Video-Meetings mit Aufnahmefunktion

Tool-Beispiele: In der Vergangenheit habe ich beruflich sehr gute Erfahrungen mit GoTo-Meeting gemacht. Ja, es ist definitiv nicht die preiswerteste Lösung aber die Features (Videoaufzeichnung möglich; Einwahlmöglichkeit per deutscher Festnetznummer, problemlos in Outlook integrierbar, gute mobile App etc.) und die Zuverlässigkeit haben mich bis heute überzeugt. Mehr zum Thema DSGVO kannst Du hier finden.

Wie bereits oben erwähnt, bin noch auf eine deutsche Alternative gestoßen: edudip scheint auf den ersten Blick sehr interessant zu sein. Alle Daten werden lt. edudip auf deutschen Servern gespeichert. Allerdings konnte ich das Tool noch nicht ausführlich testen – daher (noch) keine direkte Empfehlung, sondern “nur” eine Erwähnung.

Medienverwaltung von Foto-, Grafik- und Videodateien

Die optimale Verwaltung von Unternehmens-Assets wie Bild/Grafik-, Video- und Audioinhalten (auch bekannt unter der Bezeichnung “Digital-Asset-Management” oder kurz “DAM”) ist ebenso eine mögliche Ergänzung in Sachen Wissensmanagement. Auch hier kommt die bereits oben erwähnte Aussage “Wer muss wann was wissen?” zum Tragen. Eine professionelle Medienverwaltung kann enorm viel Such- bzw. Recherchearbeit (z. B. “Wo ist das Produktblatt/Produktbild von Produkt XYZ?” oder “Wo finde ich ein Video-Testimonial zum Thema YXZ?”) einsparen. Als weiteres Anwendungs-Szenario könnte auch folgendes darstellen: Du möchtest keine großen Mediendaten im Blog/Wiki hochladen? Stattdessen könntest Du einen Link zur Mediendatenbank dafür nutzen. Das hält zudem die WordPress-Installation schlank und führt nicht dazu, dass sich daraus ein “Terrabyte-Monstrum” über die Jahre entwickelt. WordPress kann wirklich vieles – aber als richtiges Digital-Asset-Management taugt es meiner Meinung nach nicht.

Die Bilddaten-Verwaltung "pixx.io" aus Deutschland

Tool-Beispiel: Das folgende Tool konnte ich im Rahmen eines Projekts bei einem ehemaligen Arbeitgeber in 2018 ausgiebig mit meinem damaligen Marketing-Team testen. Das aus Deutschland stammende Tool pixx.io ist zum einem preislich attraktiv, zum anderen haben damals die umfangreichen Funktionen und die übersichtliche Benutzeroberfläche überzeugen können. Ähnlich wie bei Stackfield lässt sich pixx.io auch auf unternehmenseigenen Servern aufspielen. Hier kannst Du eine aktuelle Auflistung der unterstützten Datei-Formate einsehen (inkl. PDF & Office-Dokumenten). Eine Volltextsuche in Dokumenten wird allerdings nicht angeboten. Das ist allerdings nicht kritisch, da WordPress in Verbindung mit einem Such-Plugin bei Bedarf eine solche Volltextsuche unterstützen kann (wenn man z. B. PDF-Dateien in einem Blog- oder Wiki-Artikel einfügt.).

Für die Arbeit an Blog- und Wiki-Inhalten kann desweiteren das vorhandene WordPress-Plugin von pixx.io eine Zeitersparnis darstellen. Die Standard-Mediathek von WordPress ist – nun ja – eher suboptimal (ähnlich wie die Stand-Suchfunktion) – da hilft das pixx.io-Plugin schon ungemein.

Leider wurde das Projekt damals vor einer Einführung auf Eis gelegt. Da ich das Tool allerdings weiterhin beobachte und einige weitere tolle Features dazu gekommen sind, kann ich es weiterhin empfehlen. Informationen bzgl. der DSGVO kannst Du hier nachlesen.

Meine abschließenden Gedanken

Wie in vielen anderen Bereichen, sollte man sich der Analyse des Ist-Zustands widmen und mit diesen Erkenntnissen dann den Soll-Zustand erarbeiten. Erst danach sollte man sich auf die Suche nach technischen Lösungen widmen. Nur so kann man eine nachhaltige Lösung für ein Wissensmanagement im Unternehmen auch umsetzen. Hat Dein Unternehmen immer die Übersicht über alle genehmigten und durchgeführten Weiterbildungen der Mitarbeiter? Das hoffe ich doch. Wie schaut es aber mit der Wissens-Sicherung der Inhalte dieser Maßnahmen aus? Hier schaut es wahrscheinlich schon etwas düsterer aus.

Durch Lösungen wie z. B. mit dem CMS “WordPress” wird die Basis geschaffen, um Wissen nachhaltig und langfristig im Unternehmen zu halten und auszubauen. Allerdings muss auch die gelebte Unternehmenskultur dazu passen: Alle Mitarbeiter sollten dazu motiviert werden, ihr Wissen auch mit anderen aktiv zu teilen. Dafür bedarf es aber auch entsprechende Freiräume für die Mitarbeiter (Ich kenne nur zu gut Aussagen wie “Was soll ich denn noch alles neben Tages- und Projektgeschäft machen?!”), die seitens der jeweiligen Geschäftsführung geschaffen werden müssen.

Wie sind Deine Erfahrungen in Sachen Wissensmanagement in Deinem Unternehmen? Welche Wissensmanagement Tools setzt Du ein? Schreib mir gerne Deine Erfahrungen in den Kommentaren.

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